Metzger, sie sind für mich Inbegriff des Unschönen. Sie sind blutverschmiert, brutal, ihnen Fallen Sachen aus dem Gesicht in die Wurstmasse und wenn sie am Wochenende am privaten PKW den turnusmässigen Ölwechsel durchgeführt haben und Montag morgens zur Arbeit erscheinen, mit Ölresten unter den Fingernägeln, dann pflügen sie mit Freuden unbehandschuht durch die gekutterte Masse, auf dass die Finger rein werden. Weiterhin neigen sie zur Brutalität.
Wie beispielsweise Bruno. Bruno ist ein ehemaliger Arbeitskollege von mir und gelernter Schlachter. Vermutlich war Bruno deprimiert, dass ihm die Frau weggelaufen war, oder dass er nicht mehr täglich töten konnte, sondern Feuerschutzschränke herstellen musste. Whatever, Bruno mochte mich nicht und liess mich das täglich spüren. Mir wars egal, war ja nur Bruno, trotzdem gab er sich redlich Mühe, mich immer wieder aufs Neue zu ärgern, sogar Kloppe hat er mir einmal angedroht. Aber war ja nur Bruno.
Der nächste Metzger war Oswald. Welch peinliche Figur. Bei Oswald ist so Einiges schief gelaufen, er wäre sooo gerne Bürgermeister in Bad Schussenried geworden, hat es sogar zweimal versucht und verkackt. Und das hat weh getan. Aber so dachte sich Oswald in bester never-fuck-a-fucker-Manier: „ich kann auch anders!“ und verkaufte den Rest seiner kümmerlichen Seele an den Teufel versuchte sich als Marionette der Industrie Botschafter der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, INSM. Eigentlich eher untypisch für ein Mitglied der Grünen, mag man denken – und weil Ossi nur konsequent ist, machte er dann auch mal was richtig und verliess die Grünen… nur um vorgestern seinen Mitgliedsantrag für die CDU bei deren Geschäftsstelle abzugeben. Spricht für sich selbst, denke ich.
Und dann gab es ja noch Dagmar, die Frau, die über so ein ausgeprägtes Gewissen verfügt, dass sie die greifbar nahe Möglichkeit für einen Politikwechsel in Hessen einfach mal so zerschlägt. Ja klar, Abgeordnete sind ersteinmal nur ihrem Gewissen gegenüber verpflichtet, aber irgendwie auch gewählte Volksvertreter. Das Volk wollte Roland nicht mehr, es gab die Möglichkeit, ihn abzusägen… Nunja.
Hallo Frau M, ihr „Gewissen“ hat mich sportliche 500 Schleifen für Studiengebühren gekostet. Könnten sie bitte nach Afrika gehen und Kinder retten, oder die Olympischen Spiele boykottieren? Ich mein’ ja nur, wegen Gewissen und so. Danke!
Mit etwas Anstrengung liesse sich bestimmt noch der eine oder andere KZ-Aufseher Metzger oder so finden, aber von denen hab ich fürs Erste genug.
Nachtragend um 11:21 Uhr:
Eben fiel mir noch Jens, der Sohn des ortsansässigen Metzgers ein, mit dem ich noch vor Kindergartenzeiten immer gern gespielt habe und der dann, als junger Erwachsener, überzeugter Neonazi wurde. Wobei, es ist ja nicht so, dass die Gute Seite einen verloren hätte… aber es passt irgendwie ins Konzept.